Lush setzt weltweit auf neue Anti-Social Media Grundsätze

… und verabschiedet sich von Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok

  • Lush verabschiedet sich von Facebook, Instagram, TikTok und Snapchat bis die Plattformen Maßnahmen ergreifen, um ein sicheres Umfeld für die Nutzer*innen zu schaffen 
  • Lush hat endgültig genug, angesichts der Facebook-Whistleblower
  • Alle Lush Marken-, Shop- und Personenkonten auf der ganzen Welt werden vorerst geschlossen
  • Lush verspricht, in neue Kommunikationsmittel zu investieren und bessere Kommunikationskanäle an anderen Stellen aufzubauen.

26. November 2021: Global

Berlin – Ab dem 26. November 2021 wird die globale Kosmetikmarke Lush den Social Media Plattformen Facebook, Instagram, Snapchat, und TikTok den Rücken kehren. So lange, bis diese ein sicheres Umfeld für ihre Nutzer*innen bieten. Die neuen Anti-Social-Media-Grundsätze werden in allen 48 Ländern eingeführt, in denen Lush vertreten ist.  

So wie die Beweise gegen den Klimawandel jahrzehntelang ignoriert und heruntergespielt wurden, werden auch die bedenklichen Auswirkungen der sozialen Medien bisher leider kaum beachtet. Lush wartet nicht länger und nimmt sich dieser Thematik jetzt an. Das Unternehmen ändert seine Social Media Richtlinien, und wartet nicht länger, dass andere realisieren, welche realen Probleme im Social Media Bereich liegen. 

Unser Unternehmens-Statement:

Wie so viele Menschen hinterfragen auch wir den Nutzen von Social Media und haben bereits versucht, uns von den sozialen Medien zu lösen. Aber unsere eigene FOMO, die Angst, etwas zu verpassen und der Drang, die verschiedenen Plattformen zu nutzen, führten trotz der besten Absichten dazu, dass wir immer wieder auf diesen Plattformen zurückkehrten.

Hier ist Lush also wieder, bereit, einen kalten Entzug zu machen.

Nachdem wir in UK 2019 einen ersten Versuch gewagt hatten, uns von Facebook und Instagram zu verabschieden, wurde unsere Entscheidung diesen Schritt jetzt zu gehen durch aktuelle Informationen von mutigen Whistleblower*innen gestärkt. Diese zeigen klar auf, welchen Schädigungen Nutzer*innen durch aktuelle Algorithmen und die nachlässige Regulierung dieses neuen Lebensbereichs ausgesetzt sind.

Da wir mit unseren Kund*innen immer in einem sicheren Umfeld in Kontakt treten möchten, machen wir ja auch keine Geschäfte in dunklen Straßenecken. Leider entwickeln sich mehrere  Social Media Plattformen immer mehr zu  Plätzen, zu deren Besuch wir unser Kund*innen niemals ermutigen würden.  Es muss sich etwas ändern! 

Wir hoffen inständig, dass die Plattformen strenge Richtlinien einführen und internationale Regulierungen gesetzlich verankert werden. Wir können aber nicht warten, bis es soweit ist. Wir fühlen uns in der Pflicht unsere Kund*innen vor den Folgen und Manipulationen sozialer Medien zu schützen, denen sie ausgesetzt sind, wenn sie über diese Plattformen mit uns kommunizieren.

Daher wird sich Lush ab dem 26. November von Facebook, Instagram, TikTok und Snapchat zurückziehen, bis diese Plattformen ein sicheres Umfeld für ihre Nutzer*innen bieten. 

Lush verspricht, sich nicht völlig aus den sozialen Medien zurückzuziehen. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um neue Wege zu finden, mit unseren Kund*innen in Kontakt zu bleiben und bessere Kommunikationskanäle zu schaffen, aber auch die alten, bewährten Kanäle zu nutzen. Ab dem 26. November sind wir z.B. noch auf Twitter, YouTube oder LinkedIn zu finden –, ohne dass auf “Gefällt mir”, “Abonnieren” oder “Benachrichtigungen erhalten” geklickt werden muss, sind Kund*innen eingeladen, bei Interesse vorbeizuschauen.

Für Rückfragen oder Interviewanfragen gerne an [email protected] wenden.

Hinweise für Redakteur*innen 

Wenn social einen sauren Beigeschmack bekommt

Lush war schon immer eine soziale Marke, die einzigartige Wege sucht, um Kund*innen direkt zu erreichen. Angefangen bei den innovativen Cosmetics To Go-Katalogen in den 90er Jahren und den äußerst beliebten Lush Times Zeitungen bis hin zu den ersten Kund*innenforen und der raschen Nutzung der damals noch neuen sozialen Medien – das Ziel von Lush war es immer, mit den eigenen Fans zu interagieren und zu erfahren, was sie zu sagen haben.

Das Thema Wohlbefinden ist und bleibt für Lush von großer Bedeutung. “Wir glauben an lange Bäder bei Kerzenschein, geteilte Duschen, Massagen, die Welt mit Düften zu füllen”, heißt es in unserer “We Believe” Leitlinie. Wenn wir durch die Nutzung von sozialen Medien aber das Wohlergehen unserer Kund*innen in Gefahr sehen, dann stimmt für uns etwas nicht. 

Wir sind der Meinung, dass Technologie dem Allgemeinwohl dienen und einen positiven sozialen Wandel bewirken sollte. Dafür setzen wir uns schon seit Jahren ein. 

2016

Am Black Friday 2016 arbeitete Lush beispielsweise zusammen mit der Organisation “Access Now” an ihrer globalen #KeepItOn-Kampagne, um gegen von Regierungen angeordnete Internetabschaltungen zu kämpfen. Mit der #Error404-Badebombe wurden 250.000 Pfund für einen Digitalfonds gesammelt, mit dem Access Now, aber auch digitale Graswurzelaktivist*innen auf der ganzen Welt unterstützt werden, die für ein freies, offenes und sicheres Internet kämpfen.

2018

Im Jahr 2018, als Facebook erklärte, dass aufgrund eines Fehlers die Daten von 29 Millionen Nutzer*innen durchgesickert waren, verkaufte Lush auf der Konferenz “The Next Web 2018“ eine limitierte Tragetasche mit dem Slogan “What the Zuck?”. Der Erlös ging an den Lush Digital Fund, der weltweit Tech-for-Good-Initiativen unterstützt.

2019

Auf der Konferenz “The Next Web 2019” ging Lush eine Partnerschaft mit Bits of Freedom ein. Das ist eine in den Niederlanden ansässige Organisation für digitale Rechte, deren Fokus auf dem Schutz der Privatsphäre und der Freiheit der Online-Kommunikation liegt. Lush produzierte und verkaufte eine Tragetasche mit dem Slogan “Take CTRL”, um Menschen zu bewussten Entscheidungen zu ermutigen und darauf aufmerksam zu machen, wie sie Technologie nutzen, auswählen und konsumieren. Der Erlös aus dem Verkauf der limitierten Taschen ging an Bits of Freedom. Unterstützt wurde der Aufbau ihres neuen digitalen Werkzeugkastens, der dazu dient, Menschen zu informieren und ihnen hilft, Technologie bewusster zu nutzen.

Tschüss, Social Media. Hat Lush das nicht schon einmal versucht? 

2019 hörte Lush UK auf, Beiträge auf Instagram und Facebook zu posten. Es bereitete uns zunehmend Sorgen, wie viel Kontrolle diese Plattformen über die Reichweite unserer Posts haben und wie sie die Interaktion einschränken, mit der Absicht über bezahlte Werbung Gewinne zu erzielen. Die Vorstellung, dass einer unserer Hauptkommunikationswege, um mit unseren Kund*innen in Kontakt zu treten, von einer dritten Partei reguliert wurde, war beunruhigend.

2020

Mit dem Beginn der globalen Pandemie 2020, beschloss Lush UK, die Kanäle, die 2019 eingemottet wurden, in begrenztem Umfang wieder zu nutzen, um auf die neuen Umstände zu reagieren, dass Menschen auf der ganzen Welt im Lockdown und dadurch noch stärker auf das Internet angewiesen waren.

Am 15. September 2020, während des Lockdowns, hat Lush gemeinsam mit IAMWHOLE und Zoe Sugg den Digital Detox Day ausgerufen. Hinter der Kampagne stand die Idee, einen ganzen Tag offline zu gehen, die digitalen Geräte auszuschalten und sich auf die eigene mentale Gesundheit zu konzentrieren. Die Kampagne war ein großer Erfolg, an der sich weltweit Hunderttausende beteiligten. 

Wie schwer es jedoch sein kann, sich komplett von digitalen Geräten zu lösen, zeigten die Rückmeldungen, die IAMWHOLE von Teenagern erhielt. Angst, FOMO und Phantom-Benachrichtigungen trugen dazu bei, dass viele nicht in der Lage waren, länger als ein paar Stunden offline zu bleiben. 

2021

Im Jahr 2021 kamen dann die Facebook-Akten und zahlreiche Berichte von ehemaligen Facebook-Mitarbeiter*innen. Diese enthüllten interne Forschungsdokumente, die beweisen, dass Facebook sich der sehr realen Schäden, die die eigenen Plattformen verursachen, bewusst ist – sich aber dennoch dafür entscheidet, nicht zu handeln.  

Wir bei Lush wollen nicht auf bessere globale Regulierungen oder auf die Einführung von sicheren Richtlinien durch die Plattformen warten, während eine Generation junger Menschen heranwächst, die schwere und dauerhafte Schäden erleidet. Der richtige Zeitpunkt, um bessere Kommunikationswege zu finden, ohne unsere Kund*innen in Gefahr zu bringen, ist jetzt. 

Es reicht nicht aus, dass die Unternehmen einfach keine bezahlte Werbung mehr auf diesen Plattformen schalten; die Menschen und ihre Zeit sind die Währung dieser Kanäle, und wir wollen nicht, dass unsere Inhalte von versteckten Algorithmen verwendet werden, die darauf abzielen, die Menschen auf einem Kanal gefangenzuhalten.

Über Lush 

Lush steht für frische handgemacht Kosmetik, die in Deutschland in 37 und in Österreich in sechs Shops und jeweils einem eigenen Online-Shop angeboten wird. Wenn es um Kosmetik geht, ist Lush dafür bekannt, Dinge anders zu machen. Sei es durch die Erfindung neuer Produkte, die unnötige Verpackungen reduzieren, durch Kampagnen, die unerzählte Geschichten enthüllen, oder durch innovative Einkaufserlebnisse. Wir möchten der Gesellschaft und der Umwelt mehr geben, als wir von ihr nehmen. Und in einer Welt, in der Technologie zu einem wesentlichen Bestandteil jedes Unternehmens geworden ist, sehen wir es als selbstverständlich an, dass wir vorbildliche Lösungen im Bereich der digitalen Ethik vorantreiben.

Technologie muss nicht unethisch sein; sie kann für das Allgemeinwohl eingesetzt werden und einen positiven sozialen Wandel bewirken. Wir bei Lush wollen eine Welt, in der Fresh Handmade Tech nicht zerstört, sondern Regeneration vorantreibt. Wir sind bereit, eine digitale Revolution zu starten. 

 

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