Wir sind im Herzen ein soziales Unternehmen. Wir lieben es, mit unseren Kund*innen im Shop zu sprechen, ihnen über unseren Kund*innenservice zuzuhören und möchten geeignete Onlineplattformen nutzen, um mit unserer Lush Community auf der ganzen Welt zu interagieren.
Soziale Medien gibt es in allen Formen und Größen. Wenn wir über soziale Medien sprechen, beziehen wir uns im Allgemeinen auf Onlineplattformen, die den Austausch von Ideen und Informationen ermöglichen, auf denen sich Communitys bilden und virtuelle Netzwerke entstehen können. Es handelt sich um Onlineökosysteme von Gleichgesinnten. Daran ist nichts verkehrt.
Wenn wir jedoch unsere Kund*innen dazu ermutigen, uns, als Marke, in einem dieser Räume zu treffen, möchten wir sichergehen, dass es sich um sichere Räume handelt. In denen die Nutzer*innen darauf vertrauen können, dass ihre Privatsphäre und ihre Daten geschützt sind, in denen ihnen keine Inhalte angezeigt werden, die sich negativ auf sie auswirken, und in denen alle willkommen sind. Immer.

Wie sind wir an diesen Punkt gekommen?
Im Jahr 2019 haben wir unseren Ansatz zu sozialen Medien geändert. Wir wollten weniger reden und mehr zuhören. Wir wollten Gespräche und Leidenschaften entfachen, nicht Likes und Shares hinterherjagen. Wir wollten unser Publikum dazu ermutigen, Lush in Räumen zu finden, in denen sie und ihre Daten online sicher sind.
Im Jahr 2021 wurden die Facebook-Akten von Meta-Whistleblowerin Frances Haugen veröffentlicht und bestätigten unsere Befürchtungen hinsichtlich der negativen Auswirkungen von Social Media. Dem Bericht zufolge hatten 13,5% der jungen Mädchen, die in Großbritannien Instagram nutzten, eine erhöhte Rate an Suizidgedanken.
Die Algorithmen waren Berichten zufolge auch für die Verbreitung von Fehlinformationen und Gewalt in einigen Ländern verantwortlich.
Am schlimmsten war jedoch, dass Meta laut dem Bericht wusste, wie man diese Probleme angehen kann, sich aber dagegen entschied.
Also haben wir uns 2021 entschieden, uns von Instagram, Facebook, TikTok und Snapchat zurückzuziehen, und versucht, in unseren Anti Social Media Grundsätzen zu erklären, warum.
Wir haben uns dafür entschieden, auf YouTube, Pinterest, LinkedIn und Twitter zu bleiben, weil wir zu diesem Zeitpunkt der Meinung waren, dass diese über viel stärkere Systeme zur Moderation von Inhalten verfügen. Seit 2023 sind wir auch nicht mehr auf Twitter/X anzutreffen.
IIm Jahr 2023 haben wir uns mit The Future Laboratory, einer Beratungsfirma für Zukunftsforschung, zusammengetan, um den Digital Engagement Report zu veröffentlichen. Wir haben 12.000 Menschen weltweit gefragt, was sie wirklich über soziale Medien denken.
Fast die Hälfte (49%) ist der Meinung, dass Social-Media-Plattformen nicht genug tun, um ihre Nutzer*innen vor Schaden zu bewahren, während die Mehrheit in Großbritannien (63%) und Japan (53%) der Meinung ist, dass sie nicht genug tun, um extreme Ansichten zu moderieren. Darüber hinaus möchten 65 % nicht, dass ihre Daten für kommerzielle Zwecke verwendet werden, und 75% gehen sogar so weit zu sagen, dass Marken unethische Plattformen verlassen sollten.
Unsere Haltung wurde von der Presse und Kommentator*innen aufgegriffen, und nun, im Jahr 2025, sprechen wir erneut darüber, warum wir diesen Schritt gegangen sind, nicht zuletzt aufgrund aktueller Ereignisse.Diese Ereignisse bestärken uns in unserer Überzeugung, dass bestimmte Social-Media-Plattformen nicht dazu da sind, Menschen zu dienen, Nutzer*innen zu schützen oder die Wahrheit zu bewahren. Sie sind stattdessen darauf ausgelegt, die Big Tech „Broligarchs“ reicher zu machen und ihre eigenen Agenden voranzutreiben, um Klicks, Likes und Shares zu maximieren – selbst wenn das auf Kosten von Wahrheit, Datenschutz, Nutzer*innenwohl und öffentlichem Vertrauen geschieht. Während wir die gesetzlichen Entwicklungen weiterhin aufmerksam verfolgen, bleiben wir unserem Entschluss treu, diesen von Big Tech betriebenen Plattformen kein Geld für den Zugang zu ihren Diensten zu zahlen. Stattdessen investieren wir unsere Zeit, unser Geld und unsere Ressourcen in den Aufbau eigener Kanäle.

Wir haben viel öffentliche Unterstützung, aber auch Kritik erhalten. Warum sind wir auf einigen Plattformen geblieben und auf anderen nicht? Wir hatten damals nicht alle Antworten und wir behaupten auch nicht, sie jetzt alle zu haben, aber ist das ein Grund, nichts zu tun?
Kein Plan ist perfekt, aber Untätigkeit erhält den Status quo aufrecht.
glauben, dass Social-Media-Plattformen nicht genug tun, um ihre Nutzer*innen vor Schaden zu beschützen.
Im Rahmen unseres Digital Divestment Plans haben wir auch wieder investiert – nicht in diese Social-Media-Plattformen, sondern in Menschen. Wir sind uns der Kraft authentischer Verbindungen bewusst und möchten unseren Fokus auf die direkte Zusammenarbeit mit Partner*innen, Wohltätigkeitsorganisationen, Content Creators und anderen Talenten verlagern. Diese Kooperationen sind gebaut auf fairer Vergütung und dem gemeinsamen Glauben an die Kraft ehrlichem “Word-of-Mouth”-Marketing für Produkte und Kampagnen, für die wir uns alle leidenschaftlich einsetzen.
Die Landschaft der „Word-of-Mouth“-Werbung hat sich im Laufe der Jahre erheblich weiterentwickelt. Es sind nicht mehr nur Freund*innen, Familienmitglieder oder Kolleg*innen, die im täglichen Gespräch Produkte empfehlen. Als Verbraucher*innen suchen wir auch im digitalen Raum aktiv nach Weiterempfehlungen und Bewertungen von Personen, denen wir vertrauen.
Einer unserer Mitbewerber soll im vergangenen Jahr erstaunliche 13,36 Milliarden Euro für digitale Werbung und Promotions ausgegeben haben. Wir wissen, dass wir damit nicht konkurrieren können und wollen. Gleichzeitig müssen wir Wege finden, um sichtbar zu sein, neue Zielgruppen zu erreichen, mit unseren Kund*innen in Kontakt zu bleiben und die Möglichkeit zu erhöhen, dass Kund*innen sich für Lush statt für Mainstream-Kosmetik entscheiden. Diese ist nämlich oft mit Inhaltsstoffen gefüllt, die weder für die Haut, die Tiere noch den Planeten gut sind und kann nicht mit der weitreichenden positiven Auswirkung, den der Kauf eines Lush Shampoos, einer Seife oder eines Fundraisingprodukts haben könnte, mithalten.

Obwohl wir uns dafür entscheiden, auf bestimmten sozialen Plattformen nicht präsent zu sein, verstehen wir, dass Graswurzelgruppen, Partner*innen, Aktivist*innen, Kund*innen oder Kreative, mit denen wir zusammenarbeiten, ihre Communitys auf diesen Plattformen aufgebaut haben. Für viele Menschen sind soziale Medien eine Verbindung zu einer Welt, an der sie sonst vielleicht nicht teilhaben könnten. Deshalb arbeiten wir mit Menschen auf den Plattformen zusammen, auf denen sie sich sicher fühlen. Für uns sind das nicht einfach einmalige Transaktionen, sondern langfristige Beziehungen zu Menschen, die Lush wirklich lieben. In einigen Ländern* setzen wir bereits eine Strategie für bezahlte Influencer*innen um. Basierend auf einem Ambassador-Model arbeiten wir mit einer Kerngruppe von Content Creators zusammenarbeiten, mit denen wir seit Jahren kooperieren. Wann immer eben diese Personen geeignet sind, um über bestimmte Themen zu sprechen, werden sie für diese Inhalte fair vergütet.
*derzeit nicht aktuell für Österreich. Die Strategie wird laufend auf weitere Länder ausgeweitet.
Ein weiterer Teil dieser Reinvestition ging an Friends of Lush, eine neue Initiative, bei der Kreative, Kund*innen und alle Mitglieder unserer Community ihre Liebe zu Lush online teilen können. Stellt es euch wie ein Community-basiertes Ambassador-Programm vor, das für Content Creators konzipiert wurde, die unsere Leidenschaft und Werte authentisch teilen. Lush Ambassadors können spannende Aufgaben übernehmen, sich Kudos verdienen und im Gegenzug exklusive Belohnungen und Vorteile von Lush freischalten.
Wo immer es möglich ist, werden wir weiterhin in unsere eigenen Plattformen investieren und unser Publikum dazu ermutigen, diese zu nutzen. Aus diesem Grund haben wir in unsere App investiert. Dort haben wir die engagiertesten Kund*innen und wir haben festgestellt, dass sich immer mehr Kund*innen für Push-Benachrichtigungen anmelden, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wir arbeiten an neuen Funktionen, wie z. B. der Möglichkeit für Kund*innen, direkt von ihrem bevorzugten Shop zu hören, um die Beziehung zwischen Kund*innen und Shop auf lokaler Ebene zu verbessern.
Wir bleiben in unserem Ansatz flexibel und sind bereit, uns weiterzuentwickeln, während wir auf Weltereignisse, neue Gesetze und neue Informationen reagieren, sobald diese verfügbar werden.
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